Der U-Boot-Stützpunkt

Während des 2. Weltkrieges war der Hafen Saint-Nazaire strategisch von großer Be-deutung.


Bereits im Januar 1941 begannen die deutschen Besatzer mit dem Bau des U-Boot-Stützpunktes und einer Reihe von Bunkern entlang der Küstenlinie und an der Einfahrt zur Trichtermündung der Loire. Im Dezember 1942 wurde dieser gigantische Komplex - hier wa-ren zwei U-Boot-Flottillen stationiert, die in der Atlantikschlacht kämpfen - zur Kriegswerft umgerüstet, zu der 62 Werkstätten für Torpedos und motorisierte Maschinen sowie 4 Kü-chen, ein OP und eine Kieferchirurgie gehörten. Errichtet wurde dieses riesige Gebäude mit 39.200 m² Grundfläche, für das 480.000 m² Beton verbaut wurden, von mehreren Tausend Zwangsarbeitern.

Der deutsche U-Boot-Stützpunkt Saint-Nazaire war ein vorrangiges Ziel der alliierten Bom-bardements, doch die Hauptleidtragenden waren die Stadt und ihre Bewohner, denn bei 50 Luftangriffen wurden 479 Menschen getötet. Da es den Alliierten nicht gelang, den U-Boot-Stützpunkt völlig lahmzulegen, beschlossen sie 1943, die Stadt unbewohnbar zu machen und den Hafenbetrieb durch Bombenabwürfe aus großer Höhe zu erschweren. Der schwers-te dieser Angriffe erfolgte am 28. Februar 1943, bei dem alleine fast die Hälfte der Stadt zer-stört wurde.

Ab 1944 wird das gesamte französische Staatsgebiet befreit. Nur um die U-Boot-Stützpunkte herum leisten die Deutschen noch vereinzelt Widerstand. Von September 1944 bis Mai 1945 wird das Gebiet um Saint-Nazaire von den alliierten Truppen der Amerikaner und Einheiten aus dem französischen Widerstand eingekesselt. Im Mittelpunkt der Festung Saint-Nazaire lag der U-Boot-Stützpunkt. Als die Enklave 1945 befreit wird, übernimmt die französische Marine den Stützpunkt und nutzt ihn bis 1948 für Reparaturen und Umrüstungen an Kriegs- oder Handelsschiffen. Anschließend wird er von Privatunternehmen genutzt, die Phosphate und Sojapreßkuchen vertreiben, sowie von den örtlichen Werften, die dort in den Jahren 1953 bis 1959 8 Minenräumboote für die französische Marine fertigen lassen. Heute ist der U-Boot-Stützpunkt der Dreh- und Angelpunkt für das Stadtgestaltungsprojekt Ville-Port.

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