Die wundersame Wandlung des Hafens Saint-Nazaire

Saint-Nazaire liegt wie ein Bollwerk an der Loire-Mündung, und von der Stadt aus blickt man sowohl auf den Fluß als auch auf den Atlantik.

Die Stadt hat sich hier seit dem 19. Jahrhundert ausgebreitet. Seitdem entstanden die Docks und die Piers mit ihren hoch aufragenden Kränen, mit Leuchtfeuern und Lagerhallen. Vor dieser grandiosen Kulisse aus Wasser, Metall, Beton und Holz wurden in der Werft Chantiers de l'Atlantique so prestigeträchtige Ozeanriesen wie die Normandie, die France oder die Monarch of the Seas gebaut. Im Hafenareal liegen auch die Montagehallen von Airbus, wo die gleichnamigen Flugzeuge zusammengebaut werden. Früher hing der Geruch von Gewürzen, Kaffee, Kakao und Tabak über den Piers, aber auch heute noch kommen hier Waren aus aller Herren Länder an.

Neues Leben für den Hafen

Zwischen 1940 und 1945 wurde der Handels- und Industriehafen Saint-Nazaire zum Kriegs-hafen. Die Wehrmacht baute hier einen U-Boot-Stützpunkt für ihre Flottille. Dieser riesige Stahl- und Betonbunker, der für die Zerstörung der Stadt verantwortlich war, schnitt die Stadt von ihren Hafenanlagen ab. Der Wiederaufbau ging am Hafen vorbei, und erst Anfang der achtziger Jahre begann man, sich wieder für den Hafen und sein Umland zu interessieren: Man sanierte das ehemalige Stadtviertel Petit Maroc, richtete ein Heimatmuseum (Ecomusée) ein, machte das U-Boot Espadon für die Öffentlichkeit zugänglich, organisierte große Musik- und Wassersportevents, leuchtete die Hafenanlage im Rahmen der Docks bei Nacht künstlerisch aus, usw. Dies alles führte dazu, daß sich die Bewohner von Saint-Nazaire langsam, aber sicher wieder für ihrem Hafen zu interessieren begannen.


Schließlich war der Zeitpunkt gekommen, dieses neue "alte" Band auch städtebaulich mit einem Projekt zu besiegeln, das unter der Bezeichnung Ville-Port firmiert und die Stadt in ihrer Identität als Hafen- und Küstenstadt bestärken soll. So können 15 Hektar Fläche in ide-aler Lage - einige hundert Meter vom Stadtzentrum und vom Strand entfernt - zurückgewon-nen, der U-Boot-Stützpunkt in die Stadt integriert und ein neues Stadtbild geschaffen wer-den, das offen für neue Aktivitäten und neue Bewohner ist und ein neues touristisch und kul-turell bedeutsames Ziel bietet: Escal'Atlantic, die Ausstellung der Superlative über die Welt der Ozeanriesen.